Ein schöner Platz im Garten - unser Gartenhaus

letztes Update 21.04.2010

 

Manchmal reicht eine relativ beiläufige Bemerkung, um ein großes Projekt spontan in Angriff zu nehmen.

 

So sah unser kleiner Grillplatz noch im letzten Sommer aus, man erkennt bereits, dass der mittlere Baum nicht mehr sonderlich gesund aussieht, auch der größere rechte Baum war mehr groß als schön (hier gnädig verdeckt von Sommerblumen).
Bei einem Rundgang durch den Garten im März 2010 merkte ich so nebenbei an, dass die beiden Bäume ja auch mal bei Gelegenheit weg müßten - und da mein Ralf ein Mann der Tat ist, legte er schon kurze Zeit später los und die Bäume hatten ihre beste Zeit hinter sich. Hier die monströse Wurzel des größeren Baumes.
Schnell war klar, dass der nun entstandene Platz sinnvoll genutzt werden soll, nämlich durch ein Gartenhaus. Nach einiger Plackerei und tonnenschwerem Betonplattengeschleppe steht nun das Fundament für unser neues Gartenhaus, mit momentan freiem Blick aufs Nachbarhaus.

Am 6. April 2010 um 13 Uhr schwebt unser Gartenhaus vereinbarungsgemäß auf unser Grundstück. Es handelt sich um folgendes Modell: Blockbohlenhaus "Donau", Nadelholz naturbelassen. Sockelmaß ca. B 380 x T 280 cm, H 244 cm. 28 mm Wandstärke . Mit Vordach ca. 50 cm. Fenster- und Türelemente mit Echtglas und Sprossen, inkl. Fußboden. Aufgrund dieser Maße ist das Holzhaus baugenehmigungsfrei gem. § 69 I Nr. 1 der Landesbauordnung von Schleswig-Holstein.

Meine Güte, was für ein Riesenpaket - und alles muss auf die Terrasse geschleppt werden...
Hier ist jetzt das geordnete Chaos ausgebrochen - und auf dem Foto ist noch nicht einmal alles an Teilen zu sehen!
Das Grundgerüst aus sieben kesseldruckimprägnierten Latten ist ausgerichtet (allerdings werden die Latten noch hochkant gelegt, so stand es zumindest in der Bauanleitung).

Die ersten Blockbohlen sind bereits "just in time" mit einer Holzschutzgrundierung behandelt worden und aufgebaut, danach erfolgte noch eine genaueste Kontrolle, ob auch alles gerade und rechtwinklig liegt.

Aufgrund von Zeit- und Platzmangel habe ich alle Holzteile mit dem schon erwähnten Holzschutzmittel jeweils relativ kurz vor dem Einbau behandelt, das erschien uns vor allem für Nut und Feder sehr wichtig, da diese Teile später nicht mehr erreicht werden können. Und da so ein Haus teuer sowie arbeitsintensiv ist, soll es uns nicht innerhalb kürzester Zeit unter dem Hintern wegfaulen ;-)

Stand der Dinge am ersten Aufbauabend: die ersten 5 Blockbohlen sind aufgebaut und die ersten Fußbodenlatten sind angeschraubt - dann waren die Akkus leer, nicht nur der des Akkuschraubers...
7. April 2010: es geht voran, nun ist bereits der zuvor zusammengesetzte Rahmen für die Doppeltür eingesetzt und alles passt millimetergenau!
Allmählich kann man erkennen, was es werden soll und der Holzhaufen lichtet sich!
Auch der Fensterrahmen ist eingesetzt! Ich bin inzwischen völlig high vom Fließbandeinstreichen mit der lösungsmittelhaltigen Grundierung!
Der vordere Giebel wird eingesetzt.
Jetzt sind die Dachbalken an Ort und Stelle und wir haben "Richtfest"!
Auch die Tür passt - und das einzige, was hier schief ist, ist das Foto!
Die Dachlatten werden festgeschraubt , mit Assistenz, da man dafür 3 Leute braucht: zwei schrauben und einer schleppt die Latten heran ;-)
Die erste Dachhälfte ist fertig!
Und nun das Dach zu, allerdings fehlt noch das wichtigste, damit die Hütte auch "dicht" ist, die Dachpappe muß noch auf die Latten genagelt werden. Die Dachpappe ist natürlich nur eine Übergangslösung, wahrscheinlich im nächsten Jahr soll das Dach "ordentlich" eingedeckt werden.
Zwei Dachbahnen sind angebracht und mehr schaffen wir heute nicht mehr, da Ralf Nachtschicht hat. Da für die Nacht und den folgenden Vormittag kein Regen angesagt ist, decken wir den Rest nur vorsichtshalber mit einer Folie ab.
Am 8. April 2010 geht es gleich weiter. Während Ralf noch wegen der Nachtschicht schläft, schwinge ich die Malerrolle. Die Rückwand sowie die beiden Seitenwände sind bereits mit "Consolan" Wetterschutzfarbe in Schwedenrot zweimal gestrichen, auch die fehlenden Dachbahnen sind gerade noch rechtzeitig vor den gegen Mittag fallenden Regentropfen auf das Dach gekommen.
Genauso habe ich mir unser Gartenhäuschen vorgestellt!
Am 9. April 2010 wurde es schwierig: am meisten Zeit kostete das millimetergenaue Abkleben mit Malerkrepp, da nun das Vordach, die vorderen Dachbalken sowie Fenster, Türen und -rahmen weiß gestrichen werden sollen. Dazu habe ich zunächst alles mit Isoliergrund geweißt und danach zweimal mit "Consolan" Wetterschutzfarbe Weiß gestrichen, sehr mühsam und anstrengend. Das Streichen der Traufenbretter und Zierleisten hingegen war dagegen die reinste Erholung!
Allmählich kann man sehr gut erkennen, das das Ziel "ein Gartenhaus im Schwedenhausstil" immer näher rückt!
So sieht das Haus am Abend des 9. April 2010 aus!
Das am 10. April nun wieder großflächige Streichen (nach wiederum akribischem Abkleben zum Schutz der weiß gestrichenen Flächen) war sehr angenehm nach dem gestrigen Tag!
Ich finde das strahlend weiße Vordach im Kontrast zum satten Rot der Wände wunderschön!
Die Türen sind eingesetzt und mit sog. "Sturmhaken" gegen im Wind schlagen gesichert, der Rest der Familie sitzt schon im Haus und wir werden gleich gemütlich Kaffee trinken!
Nun stehen nur noch ein paar kleine Ausbesserungen von Farbpatzern sowie die Außengestaltung aus, aber das Haus als solches ist komplett fertig. Man beachte die Holzfliesen als kleinen Tritt vom dem Haus, sehr praktisch und wie immer von meinem Mann, der alles kann, erdacht und konstruiert!
   

 

Fazit: der Bau eines Gartenhauses gehört nicht gerade zu den einfachen und entspannenden Arbeiten, die im Garten anfallen können - aber jede Mühe hat sich gelohnt. Man muß einiges im Vorfeld beachten und sollte auch nicht allzu sehr auf den Cent gucken. J e dicker und stabiler das Holz, umso besser, deshalb schied für uns ein Haus aus 19 mm-"Vogelholz" von vorherein aus. 34 mm oder mehr wären natürlich noch besser als unsere 28 mm gewesen, aber man hat auch einen finanziellen Rahmen, der nicht gesprengt werden darf. Sehr wichtig ist die gute Vorarbeit in Form eines stabilen und waagegerechten Fundamentes und natürlich die Holzschutzbehandlung. Auch da haben wir auf ganz billige Farben verzichtet, sondern haben die Qualitätsmarke "Consolan" gewählt - in der Hoffnung, dass uns damit einige Jahre des Nicht-Streichen-Müssens vergönnt sind!

Wir freuen uns auf viele schöne Stunden in und vor unserem kleinen Gartenhaus!