Karnickel

Schon als Kind hatte ich immer irgendwelche Haustiere und auch als Erwachsene piepsten lange Zeit Wellensittiche in meiner Wohnung. Und nun, als alles (fast) perfekt war mit Mann, Kindern, Haus und Garten sollten auch wieder Tiere zu unserer Familie gehören - nicht nur wegen mir, sondern weil ich es auch wichtig für die Kinder finde, mit Tieren zusammen aufzuwachsen. Da ein Hund am Protest meines Mannes scheiterte, entschieden wir uns für Kaninchen.
Für mich bedeutet Tierhaltung immer auch Verantwortung für die Tiere und damit das Bestreben nach einer so artgerechten Haltung wie möglich - obwohl das ja schon ein Widerspruch in sich ist...
Im Fall von unseren Kaninchen heißt das:
Also ging es nach der Anschaffung des ersten (nicht wirklich artgerechten...) Stalles mit der ganzen Familie ins Tierheim. Und dort haben wir dann das Pärchen Maxi und Moritz (so haben wir sie spontan genannt) mitgenommen. Um nicht nach kurzer Zeit viele Kaninchen zu haben, sollte Moritz umgehend frühkastriert werden, das entsprechende Alter hatte er. Leider hat er diese Operation nicht überlebt und wir hatten den ersten Tier-Trauerfall zu beklagen. Um Maxi nicht allein leben zu lassen, sahen wir uns sofort nach Ersatz um - das klingt herzlos, aber es ging in erster Linie um das Wohl von Maxi. Um diesmal nicht die Gefahr einer Kastration zu risikieren, sollte es ein zweites Weibchen werden und so zog dann das Tierchen, welches "100%ig" ein Weibchen war, bei Maxi ein. Da aber schon nach kürzester Zeit dieses Tier zu rammeln begann, machte ich mich im Internet schlau und guckte dem Viech mal selbst unter die vermeintlichen Röcke - oh Schreck, Minnie war in Wirklichkeit Minnie-Man!! Der arme Kerl wurde dann von den Kindern unbemerkt gegen eine seiner Schwestern "umgetauscht" und seither herrscht Frieden und Ruhe im Karnickelstall. Lediglich in der Pubertät flogen mal die Fetzen und ein paar Scheinschwangerschaften führten zu riesigen Fellnestern - ansonsten verstehen sich die Damen wunderbar und fühlen sich jetzt in ihrem seit Dezember 2006 fertiggestellten Außengehege sauwohl. Und das ist großes Glück, oftmals ist es nämlich so, dass sich Karnickeldamen gar nicht verstehen, sondern nur herumzicken. Da sie aber beide noch sehr jung bei der Zusammenführung waren, ist wahrscheinlich der springende Punkt, weswegen es trotzdem so toll klappt...
Leider ist Minni am 7. Mai 2011 von uns gegangen - ich bemerkte, dass sie nicht so munter wie sonst war und sich verkroch, der Tierarzt stellte dann eine Pneumonie fest. Sie bekam dagegen Medikamente, doch der ganze Streß verbunden mit der Erkrankung war wohl zuviel für sie: sie starb auf der Rückfahrt von der Tierarztpraxis. Nun ist Maxi ein armes einsames Kaninchen...und ist am 7. September 2011 ihrer Freundin Minni in den Kaninchenhimmel gefolgt, leider auf eine sehr tragische und entsetzliche Art und Weise: innerhalb weniger Stunden entwickelte sich eine ausgeprägte Smyptomatikl von ENZEPHALITOZOONOSE (E. Cuniculi), von der wir sie beim Tierarzt nur noch erlösen lassen konnten...